Schweizer Agrarpolitik

Die Unterstützung des Bundes für die Schweizer Zuckerproduktion hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder verändert. 

Bis im Herbst 2009 erteilte der Bund der Schweizer Zucker AG (SZU) einen Leistungsauftrag und zahlte einen Millionenbetrag an die Verarbeitung. Im Rahmen der Agrarpolitik 2011 wurde die als „markverzehrend“ bezeichnete Unterstützung an die Verarbeitung abgeschafft und teilweise durch flächenbezogene Anbaubeiträge an die Rübenproduzenten ersetzt. Weitere Flächenbeiträge wurden den Schweizer Zuckerrübenpflanzer als Teilkompensation des Einkommensverlustes durch die Europäische Zuckermarktordung entrichtet.

Mit der Agrarpolitik 14-17 wurde das Direktzahlungssystem komplett revidiert. Der Ackerbau wird seit 2014 mit Versorgungssicherheitsbeiträgen und Kulturlandschaftsbeiträgen unterstützt. Eine zusätzliche Förderung erfährt der Zuckerrübenanbau über einen Einzelkulturbeitrag, welcher die Bedeutung der Kultur für die Versorgungssicherheit hervorstreicht und den ungenügenden Grenzschutz mindestens teilweise kompensieren soll.

Image

Ressourceneffizienzbeiträge

2018 hat der Bund Ressourceneffizienzbeiträge für die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln im Zuckerrübenanbau eingeführt. Es gibt vier verschiedene Massnahmen zur Herbizid-, Fungizid- und Insektizid-Reduktion, resp. deren Verzicht. Weiter können die Zuckerrübenpflanzer seit 2014 bei entsprechender Bewirtschaftung von Beiträgen für schonende Bodenbearbeitung profitieren. Mit der AP 2022+ steht ein Umbau der Ressourceneffizienbeiräge in Produktionssystembeiträge und eine Stärkung derselben an.


Befristetes Hilfspaket Schweizer Zucker

Um die Folgen der Quotenaufhebung in der EU abzufedern und der Branche Zeit für Anpassungen zu geben, hat der Bundesrat ein Hilfspaket gesprochen. Die Massnahmen sind von 2019 - 2021 befristet:

Anpassung der Einzelkulturbeitragsverordnung: Erhöhung EKB um 300 Fr. auf CHF 2'100/ha

Anpassung der Agrareinfuhrverordnung: Einführung Mindestzoll CHF 7.00/dt Zucker

Auflösung von Reserven bei der Schweizer Zucker AG zur Stützung des Zuckerrübenpreises

Erstellung einer unabhängigen Betriebswirtschaftsstudie Schweizer Zucker

Swissness

Die Swissness-Regeln sind seit 1. Januar 2017 in Kraft. Sie legen fest, ab wann ein Produkt mit der Herkunft Schweiz werben darf. Lebensmittel dürfen das Schweizer Kreuz verwenden, wenn mindestens 80% der enthaltenen Rohstoffe aus dem Inland stammen. Dies gilt auch für Schweizer Zucker. Glaubwürdige Vorgaben an die Swissness sind wichtig, damit die Herkunft Schweiz ihren Wert behält. Schweizer Zucker wird nach den Vorgaben von Suisse Garantie hergestellt.

 

Links

Direktzahlungsverordnung

Einzelkulturbeitragsverordnung

Merkblatt REB